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Naturfilme mit silver.
Wer die Natur mit der Kamera einfangen will, muss sich auf extreme Drehbedingungen, lange Produktionszeiten und enge Budgets einstellen. Ein belgischer Spezialist für Naturdokumentationen produziert komplett auf
silver.
Von Renate Herrmann
Wie sich Jagd und respektvoller Umgang mit der Natur vereinen lassen, zeigt die Reportage “Hochwildbewirtschaftung zwischen Vernunft und Leidenschaft”, die Ende Mai im Jäger-Kanal Seasons-TV von
Premiere zu sehen ist. Wunderschöne Wild- und Landschaftsaufnahmen über alle vier Jahreszeiten wechseln ab mit Daten, Fakten und Stimmen von Fachleuten, Gegnern und Fürsprechern der Jagd. Produziert wurde der
Beitrag von Gerd Herren aus dem belgischen Spa im Auftrag des französischen Premiere World Senders Multithématique. Der gelernte Diplom-Forstwirt betreibt dort ein Consultingbüro für Entwicklungshilfe- und
Naturmanagement-Projekte und hat sich außerdem seit fünf Jahren auf Naturdokumentationen und Umweltimagefilme spezialisiert. Zu seinen Auftraggebern zählen Institutionen wie das belgische Umweltministerium, EU und
Weltbank, Industrieunternehmen und Sendeanstalten wie der belgische RTB, Multithematique von Premiere World in Frankreich sowie Seasons Deutschland, arte, WDR und NDR in Deutschland.
Alternative zur Studiomiete
Die 55 Minuten lange Dokumentation ist das Resultat einer einjährigen Produktionsphase mit insgesamt 330 Stunden Dreh und 100 Stunden Material. Als der Umfang des Projekts feststand, wurde klar, dass
er das Material nicht wie bisher in einem gemieteten Studio auf einem Media Composer geschnitten werden konnte. Bei umgerechnet ca. DM 500,- für den Avid Cutter und über DM 1.000,- Studiomiete pro Tag hätte dies das
Budget gesprengt. Deshalb beschloß Herren, sich ein eigenes Schnittsystem anzuschaffen. Es sollte verschiedene Formate in guter Bildqualität verarbeiten können, denn Herren filmt auf DVC Pro und greift zusätzlich
oft auf seine frühere Aufnahmen in DVCam, Beta-SP und Hi8 zurück. Da Herren oft große Datenmengen bewältigen muss, kam er auf silver, das mit dem neuen Kompressionsformat MPEG-2 bis zu 45% weniger Speicherplatz
benötigt als herkömmliche M-JPEG-Systeme.
Komplettlösung für rund DM 30.000,-
Herren machte im Internet den nächsten FAST Händler ausfindig und fuhr hin. Bei KST-Moschkau im 80 km entfernten Düren ließ er sich silver fünf Stunden lang vorführen und testete eigene Bänder, die er mitgebracht hatte. Er war beeindruckt von der guten Bildqualität und auch von der kompetenten Beratung, die alle seine Fragen beantwortete. Noch am gleichen Tag entschied er sich für silver. 'Das System bietet alles, was ich für meine Arbeit brauche und auch das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Für den kompletten Schnittplatz habe ich rund DM 30.000,- ausgegeben, ein Avid Express hätte mich um die Hälfte mehr gekostet,' erklärt Herren. Mit 2x 650 MHz Prozessoren, 256 MB RAM und 90 Gigabyte Videofestplatten ist er für seine Projekte gerüstet. Zusätzlich investierte er in einen 50 Gigabyte Streamer, um über Nacht Backups zu machen oder die Festplatte aufzuräumen. Als Zuspieler verwendet er einen Panasonic DVCPRO AJ-D 750 Studiorekorder. DVCPRO, DV und DVCam spielt er damit direkt über die SDI-Schnittstelle in silver ein. Die Software Option FAST-Studio XL ergänzt das System um wichtige Funktionen für Schnitt- und Audiobearbeitung.
Umfangreiche Nachbearbeitungen
Die Dreharbeiten in der Natur finden oft unter extremen Licht- und Tonverhältnissen statt. “Bei Wildaufnahmen bei Morgengrauen beispielsweise durchläuft die Lichttemperatur in wenigen
Minuten das ganze Spektrum von der grauen Dämmerung mit 9.900 Kelvin bis zum roten Sonnenaufgang mit 3.300 Kelvin.” bescheibt Herren. “Für den Weißabgleich hat man keine Zeit, denn das Licht ändert sich zu schnell.
Außerdem würde das weiße Blatt die Tiere verscheuchen. Deshalb lasse ich die Camera einfach auf der Standardeinstellung (Preset) und gleiche die Farben im Nachhinein mit silver ab.”
Einfacher lässt sich das Wild nachts bei Scheinwerferlicht aufnehmen: Die Tiere bleiben im Licht und kümmern sich nicht darum, was um sie in der Dunkelheit geschieht - ein Effekt den sich auch
Wilderer gern zu Nutze machen. Auch hier setzt Herren seine Kamera einfach auf Preset. “Das Licht ist relativ konstant, und wenn das Scheinwerferlicht mal zu warm wird, ist das in silver schnell behoben,” sagt er.
DVCPRO für grüne Filme
Selbst bei guten Lichtverhältnissen sind Aufnahmen im Grünen eine Herausforderung. Um die hohe Bilddichte von Gräsern, Blätterwald und Gestrüpp scharf und farbecht abzubilden, empfiehlt
sich eine möglichst hohe Farbauflösung schon bei der Aufnahme. Aus dem Grund plante Herren sehr schnell den Umstieg von DVCam auf DVCPRO.
Bewährungsprobe für die Zeitlupe
Die hohe Bilddichte von Vegetations-Aufnahmen stellt auch jedes Schnittsystem auf die Probe. 'Besonders die Zeitlupe ist bei den meisten Systemen nicht sauber, wenn sie so viel
Bildinformation bewältigen muss,' erklärt Herren. Umso mehr haben ihn die Schärfe und auch die schnelle Berechnung der Slow Motion in silver begeistert: “Bei einer Treibjagd lief mir ein Tier zufällig zwischen
Kamera und Jäger, im Hintergrund sehr dichte Vegetation. Das Tier war so schnell, dass ich die Sequenz auf 40 % setzen musste. silver hatte die 15 Sekunden lange Sequenz in einer halben Minute gerendert und das in
hervorragender Qualität!”
Subpixelrendering gegen Bandschäden
Die gute Bildqualität von silver. dank MPEG-2 und Subpixelrendering hat Herren auch geholfen, als ausgerechnet unwiederbringliche ältere Betacam SP Aufnahmen am unteren Rand einen
Bandschaden hatten. 'Mit dem Motion Editor von silver. vergrößerte ich einfach das Bild ohne den defekten Bereich. silver hat die Sequenz in so guter Qualität berechnet, dass die Vergrößerung überhaupt nicht
auffällt.'
Rolltitel mit Logos und Quicktime Movies
Auch mit dem Titelgenerator von silver ist Herren sehr zufrieden. “Die Schriften haben eine ausgezeichnete Randschärfe und sind im Nu gerechnet. Sehr schön finde ich auch, dass ich bei der
Titel-Erstellung immer gleich sehe, was ich mache.” Im Abspann seiner Produktionen zeigt er die Logos aller Sponsoren. Er importiert diese einfach als Tif-Datei und vergrößert oder verkleinert sie nach Bedarf. Auch
Quicktime-Movies hat er schon in den Rolltitel eingefügt.
Powerpoint-Grafiken in silver.
Häufig bindet Herren Landkarten und Diagramme in seine Dokumentationen ein. So animierte er zum Beispiel eine Alterspyramide aus Powerpoint. Herren speicherte die Powerpoint Slides im Photoshop als
TGA-Dateien und importierte sie in silver. Für die Animation lässt er die Altersschichten nach und nach übereinander erscheinen, so dass sich die Pyramide nach und nach aufbaut. Zwischendurch blendete er
Beschriftungen und das Logo der Forschungsanstalt ein und aus.
Interview inkognito
Herrens Dokumentationen enthalten sehr viele Interviews. Er möchte neben der Natur auch die Menschen, die respektvoll mit ihr umgehen, zeigen und lässt die Betroffenen am liebsten selbst
sprechen und bendet dann die Namen als Untertitel ein. Manchmal kommt es auch vor, dass jemand nicht erkannt werden will - ob Wilderer oder Tierfreund, der trotz gesetzlichem Verbot im Winter Kraftfutter einsetzt.
Herren garantiert in solchen Fällen Anonymität. Über das Gesicht legt er einen zweiten Layer mit dem gleichen Ausschnitt, den er als Mosaik unkenntlich gemacht hat. Bewegungen vollzieht er mit dem Motion Editor nach
indem der Mosaiklayer bis auf die zu verdeckende Gesichtsgröße herunter gecropt wird.
Tonbearbeitung mit FAST Studio XL
Auch die Audio-Nachbearbeitung erledigt Herren komplett mit silver. Da der Ton im Freien oft voller Störgeräuschen ist, gibt es viel zu tun. Hier putzt er das Aufheulen eines Motorrads weg, dort fügt
er Naturgeräusche ein um dramaturgisch etwas nachzuhelfen. So hat er beispielsweise vor dem Schuss des Jägers den Warnruf eines Zaunkönigs von einer Vogelstimmen-CD eingesetzt. “Auch Echos erstellt er lieber
künstlich mit silver. Dabei kann ich selbst bestimmen, wie lange es nachhallt,” verrät Herren.
Sehr hilfreich findet er dabei die neue Clip-View-Funktion von FAST Studio XL. “Ich sehe an der Audiokurve genau, was ich mache und kann so auch den Ton bildgenau schneiden,' beschreibt er.
Auch die meisten Interviews finden im freien Gelände statt. Da Herren vorzugsweise die Originalstimmen belässt, müssen diese von Hintergrundgeräuschen befreit und im Tonniveau angeglichen werden.
Beispielsweise trug ein Jäger auf dem Hochstand ein Ansteckermikrofon, das durch seine Position unterm Kinn überwiegend die tiefen Frequenzen aufnahm. Die an sich schon tiefe Stimme des Mannes dröhnte unnatürlich
und wurde im Audiomanager angehoben, bis sie wieder normal klang. Hierbei nutze ich oft die neue Möglichkeit von FAST Studio XL, mit Hilfe der Container-Funktion eine Tonspur über mehrere Sequenzen oder sogar über
den ganzen Film in einem Schritt anzupassen,” berichtet Herren.
Vermehrt Industrieaufträge
Herren arbeitet bereits am nächsten Projekt über Rotwildbejagung und bereitet die Dreharbeiten in mehreren deutschen Jagdrevieren vor. Eine ganze Serie hat Multithématique zum Thema Jagd in Auftrag
gegeben, die wieder in sieben Sprachen gesendet wird. Herrens Tätigkeit als Umwelt-Consultant liefert ihm immer wieder neue Möglichkeiten und Ideen für die Filmproduktion, die mittlerweile 80 Prozent seines Umsatzes
ausmacht. Parallel zu den Jagdmanagment-Filmen erstellt er gerade Imagefilme für den ortsansässigen Mineralwasser-Hersteller Spa Monopol und den französischen Glashersteller Saint Gobain-Saint Roch. Immer mehr
Aufträge kommen aus der Industrie. Da in den Imagefilmen vermehrt komplexe Effekte und Multilayer zum Einsatz kommen, wird Herren sein silver auch mit dem Beschleunigerboard silver.InTime aufrüsten.
Bureau
Gerd Herren
Ingenieurs-conseils
22, Avenue Dr. Piere Gaspar
B-4900 Spa Belgien
Tel. 0032-87-771627
e-mail gherren@euregio.net
mobil: 0032-75467750
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